Mental Health: Ein gesundes Arbeitsklima zahlt sich aus
Sind wir nur überempfindlich – oder tatsächlich überlastet? Ist der Burn-out inzwischen eine Volkskrankheit? Kaum ein Tag vergeht, ohne eine neue Studie über zu viel Stress und toxische Bedingungen am Arbeitsplatz.
Sie belegen: Immer mehr Menschen empfinden die psychische Belastung in ihrem Arbeitsumfeld als zu hoch. Einer Umfrage für das Erste Österreichische Belastungsbarometer zufolge sind acht von zehn Befragten überzeugt, dass psychische Leiden im Joballtag zugenommen haben.
Unternehmen müssen sich mit Mental Health auseinandersetzen
Arbeitgeber können die Studien nicht als Jammerei abtun und zur Tagesordnung übergehen. Denn: Ob sich die Belastung am Arbeitsplatz tatsächlich erhöht hat oder nur subjektiv so empfunden wird – das macht im Ergebnis keinen Unterschied!
Tatsache ist: Am Arbeitsplatz treffen gestiegene Anforderungen und höherer Druck auf größere Sensibilität. Das setzt Krankmacher frei, die Arbeitsklima und Unternehmenskultur vergiften.
Hand aufs Herz: Wie steht es ehrlich um Ihr Arbeitsklima?
- Unstimmigkeiten, sowie eine mangelnde und unangebrachte Kommunikation
- kein oder kaum Feedback
- keine Wertschätzung
- keine klar formulierten Erwartungen
- ein ständig steigender Workload bei weniger Mitarbeitenden
- ein Mangel an konstruktiver Führung
- keine klaren strategischen Ziele
- ein schlechtes Werteverhalten
- eine zunehmende Vermischung von Arbeit und Freizeit im Home Office
Auch permanente Einflüsse von außen durch zB ungehaltene Kunden, Probleme in den Lieferketten, sowie schockierende Ereignisse wie Pandemie und Krieg verschärfen die Situation dramatisch. Dazu kommt der akute Mangel an Arbeitskräften. Jede offene Stelle bedeutet, dass andere die Arbeit schultern müssen. Das Problem der Überlastung, die durch Personalmangel entsteht, betrifft viele Branchen – vom Spital bis zum Hotel, vom Montagetrupp bis zur Kunden-Hotline.
Leiden die Mitarbeitenden, leidet auch das Unternehmen
Ist die Stimmung schlecht, kann schnell eine Spirale nach unten entstehen. Denn je größer die Überbelastung ist, desto schwächer wird die Loyalität. „Mitarbeiterinnen, die mit Problemen in Bezug auf psychische Gesundheit und Wohlbefinden konfrontiert sind, neigen dazu, ihr Unternehmen mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit zu verlassen“, belegte etwa McKinsey & Company mit einer Untersuchung.
Viele weitere Studien zeigen: Die Werte für Gesundheit und Wohlbefinden bleiben weltweit schlecht. Zu oft kratzen Unternehmen nur an der Oberfläche, doch einmalige und oberflächliche Korrekturen reichen nicht aus. So sind rund die Hälfte der europäischen HR-Manager der Meinung, dass Stress am Arbeitsplatz eines der Hauptprobleme in ihrer Firma ist. (Great Place to Work®, Stress und Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Eine europäische Perspektive ©2020)
Es lohnt sich, in die psychische Gesundheit des Personals zu investieren
Dieser Befund bedeutet umgekehrt: Eine gesunde Unternehmenskultur kann wesentlich zur psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden beitragen. Kein Zufall also, dass das Thema „Mental Health“ – und damit zwangsläufig auch die Unternehmenskultur – in den Fokus der Unternehmen rückt.
Dahinter stecken nicht nur altruistische Motive. Mental starke Mitarbeitende sind engagierter und leistungsfähiger, das ist kein Geheimnis. Es lohnt sich also, wenn Organisationen die Gefahren für psychische Gesundheit und Wohlbefinden systematisch bekämpfen.
Ein großer Hebel ist, Versprochenes zu halten und jene Werte konsequent zu leben, die man in langen Prozessen erarbeitet hat. Aufklärung und das Bewusstsein, dass hier langfristig etwas verbessert werden muss, helfen dabei.
So fördern Sie „Mental Health“ in Ihrem Unternehmen – 4 Tipps:
- Körperliche Gesundheit: Wer sagt, dass Meetings nur in stickigen Räumen stattfinden müssen? Sie können auch im Freien, im Gehen oder Stehen stattfinden. Gesunde Ernährung im Büro oder im Homeoffice kann angeregt werden. Auch, wenn sich im Unterschied zu Japan, Powernapping am Arbeitsplatz schwer durchsetzen wird, berichten Unternehmen hohen Zulauf bei Seminaren um Schlaf, Bewegung und Atemtechniken.
- Sinnerfüllung: Viele Mitarbeitenden wollen eine Antwort auf die Frage, wofür sie was tun und für wen – ob im Team, für sich, für die Organisation. Gemeinsame Werte geben ihnen Orientierung, denn sie prägen das Verhalten und machen die Unternehmenskultur spürbar. Es sollte gelingen, dass sie sich mit dem Job identifizieren, egal auf welcher Hierarchie-Ebene und mit welcher Job-Beschreibung.
- Mentale Stärke: Menschen mögen Sicherheit. Sie schätzen Orte, in denen sowohl Erfolgreiches als auch Probleme und Hindernisse ihren Platz haben dürfen. Eine Umgebung, in der Überforderung nicht als lächerlich abgetan wird. In einem solchen Umfeld entsteht der richtige Flow für gemeinsames, fokussiertes Arbeiten. Multitasking und Meeting-Marathons waren gestern.
- Seelisches Wohl: Mitarbeitende müssen lernen, wie sie Probleme, Herausforderungen und Veränderungen bewältigen können. Sie sollten erkennen, Risiken als Chancen zu begreifen, und neue Perspektiven einnehmen zu dürfen.
Wollen Sie mentale Gesundheit in Ihrem Unternehmen fördern? Dann kontaktieren Sie uns.